Frau Elke Mück im Gespräch

Elke Mueck

Elke Mück, seit 2012 Mitarbeiterin bei der AWO Sozialstation Rems-Murr gGmbH, setzt sich für die Sozialstation in verschiedenen Initiativen für die Seniorenarbeit ein.

Über Frau Mück könnte man sagen, sie ist in die Pflege so hineingerutscht – und gerne geblieben. Sie übernimmt für die AWO Sozialstation Rems-Murr gGmbH vielfältige Aufgaben in Beratung und Koordination. In der Öffentlichkeitsarbeit setzt sie sich für die AWO Sozialstation in mehreren Initiativen für Seniorenarbeit und gute Lebensbedingungen im Alter ein.

Was sind für Sie gute Lebensbedingungen im Alter?

Wenn es um die Frage geht, wie man alt werden möchte, denkt man im ersten Moment oft an das Thema Pflege. Wie bin ich versorgt, wenn ich mal nicht mehr so gut kann? Für mich heißt gut versorgt sein und alt werden aber mehr. Pflege ist für mich nicht nur die reine medizinische Pflege, wenn man eine Verordnung vom Arzt erhalten hat. Da gehört mehr dazu und das macht mich und meine Arbeit auch aus. Und das passt auch gut mit der Arbeitsweise der AWO Sozialstation zusammen. Wir schauen nicht nur danach, dass die ärztliche Verordnung möglichst schnell erledigt ist, sondern wir schauen auch nach dem ganzen Drumherum: wie geht es der Familie mit der Situation? Wie geht es den Betroffenen? Wo brauchen sie sonst noch Unterstützung?

Wie kommt es dazu, dass Sie als gelernte Erzieherin heute bei der AWO Sozialstation Rems-Murr gGmbH arbeiten?

Meine Eltern waren lange Jahre pflegebedürftig. Dadurch bin ich schon früh mit dem Thema Pflege und Betreuung als pflegende Angehörige in Kontakt gekommen. Wie kann ich die Pflege zuhause organisieren? Wie beantragt man einen Pflegegrad? Wo bekomme ich als pflegende Angehörige Hilfe und Entlastung? Nach der Elternzeit habe ich dann in der Nachbarschaftshilfe gearbeitet, dadurch bin ich auch beruflich in die Pflege hineingerutscht: über ein Stellenangebot bei einem anderen Pflegedienst, bei dem es damals darum ging, die Nachbarschaftshilfe zu organisieren. Und organisieren kann ich gut (lacht) - das hat gepasst. Später habe ich dann noch meinen Fachwirt in Organisation und Führung im Sozialwesen gemacht.

Was genau sind Ihre Aufgaben bei der AWO Sozialstation Rems-Murr?

Meine Aufgabe verändert sich immer wieder. Als ich 2012 zur AWO Sozialstation dazugestoßen bin, war ich am Aufbau der Sozialstation in Schorndorf beteiligt. Damals wie heute habe ich viele Netzwerke aufgebaut, die für die Sozialstation als Pflegedienst wichtig sind: zu Ärzten, zu Sozialberatungen, zu den Kommunen und unseren Ortsvereinen. Ich nehme außerdem an verschiedenen Gremien und Initiativen teil, die wichtig sind für die Seniorenarbeit. Und ich stehe unseren PatientInnen und MitarbeiterInnen als Ansprechpartner zur Seite.

Können Sie ein Beispiel für eine Initiative geben, in der Sie im Moment aktiv sind?

In Schorndorf arbeiten wir im Moment in einer Arbeitsgruppe, um das Netzwerk „Demenzaktives Schorndorf“ weiterzuentwickeln und neu zu stärken. Wir wollen das Thema Demenz in der öffentlichen Wahrnehmung stärken, das laut Stat. Bundesamt unmittelbar 800 SchorndorferInnen betrifft. Damit sollen sich die Lebensbedingungen für Menschen mit einer Demenzerkrankung und ihrer Angehörigen weiter verbessern. Es soll zum Beispiel bessere Angebote der sozialen Teilhabe geben. Wir sind aber auch bei anderen Initiativen aktiv: Mit der Initiative „Gute Nachbarschaft im Mühlenviertel e.V.“ setzen wir uns in der Quartiersarbeit dafür ein, das Menschen auch im Alter möglichst lange zuhause bleiben und Teil der Gemeinschaft sind.

Kann man persönliche Überzeugung und beruflichen Einsatz voneinander trennen, wenn man sich für ein Thema wie Seniorenarbeit einsetzt?

Wahrscheinlich nicht. Auch in meiner Funktion als Mitglied im Gemeinderat in Plüderhausen habe ich meinen Schwerpunkt auf dem Thema Seniorenarbeit. Dabei geht es mir nicht nur um die reine Pflege, die ein pflegebedürftiger Mensch im Alter benötigt. Sondern es geht um das Gesamtpaket: Wie kann ich möglichst lange vor Ort bleiben und zuhause leben und dabei gut versorgt sein? Was brauchen pflegende Angehörige und PatientInnen für Unterstützung dafür? Das sind dringende Fragen, die ich in den nächsten Jahren in der Seniorenarbeit weiter voranbringen möchte. 

Was haben Sie als nächstes Ziel konkret für die AWO Sozialstation im Sinn?

In Schorndorf ist die AWO Sozialstation mit ihrem Pflegedienst gut präsent. In Winnenden und Backnang sind wir dabei unser Netzwerk zusammen mit dem AWO Ortsverband und weiteren AWO Einrichtungen zu stärken.

Wofür steht die AWO Sozialstation Rems-Murr gGmbH als Pflegedienst?

Menschlichkeit, gute Pflege, Toleranz und Vielfalt. Ich würde es so zusammenfassen: Die AWO Sozialstation ist für alle da und mit allen. Es ist egal, wo unsere MitarbeiterInnen herkommen oder wen wir pflegen. Auch schwierige Fälle sind bei der AWO gut aufgehoben, weil wir uns gut kümmern. Bei uns zählt der Mensch - der Mensch, der von uns versorgt wird. Aber auch der Mensch, der bei uns arbeitet.

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