hartwich hg weiss DSC01501

„Das ist die Art von Arbeit, die ich machen möchte und mich begeistert.“ Frau Miller war sofort von der Arbeit in der Senioren-Wohngemeinschaft der AWO in Lorch begeistert. Nach einigen Jahren als Mitarbeiterin hat sie nun die Leitungsstelle übernommen.

Senioren-Wohngemeinschaften sind noch nicht allzu verbreitet. Wie muss man sich den Alltag in so einer Senioren-WG, wie bei Ihnen in Lorch, vorstellen?

Im Prinzip wohnt man bei uns wie in jeder anderen WG auch, außer, dass man sich selbst nicht um das Essen und den Haushalt kümmern muss. Man steht morgens zu dem Zeitpunkt auf, wann man möchte. Dann wartet bereits das Frühstück, das oft gemeinsam mit den anderen eingenommen wird. Für den Tag hat man dann die Möglichkeit, sich in sein eigenes Zimmer zurückzuziehen oder sich in den Gemeinschaftsräumen wie Wohnzimmer oder Terrasse aufzuhalten und sich auch an gemeinsamen Aktivitäten zu beteiligen. Das Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie das Abendessen strukturieren dabei den Tag.

Welche Aufgaben übernehmen Sie und Ihr Team in der Wohngemeinschaft?

Wir sorgen dafür, dass es den Bewohnern gut geht und an nichts fehlt. Wir übernehmen die Hauswirtschaft mit Wäsche waschen und Aufräumen. Zudem kochen wir jeden Tag frisch und wenn Zeit bleibt, wird auch Kuchen gebacken. Wenn die Bewohner Lust haben können sie auch jederzeit im Haushalt mit anpacken und beim Kochen helfen. Über den Tag haben wir Zeit für individuelle Gespräche oder in der Gruppe und tauschen uns mit den Angehörigen aus. Manchmal gehen wir auch zusammen spazieren oder verbringen den Nachmittag zusammen auf der Terrasse. 

Wodurch unterscheidet sich die Arbeit in der Senioren-Wohngemeinschaft für Sie von anderen Pflegeeinrichtungen?

Wir sind in einem sehr familiären Umfeld zusammen. Wenn der Geburtstag einer Bewohnerin oder eines Bewohners ansteht, planen wir gemeinsam das Geburtstagsessen, überlegen uns ein Geschenk und dekorieren dann alles schön für die Feier. Für Weihnachten besprechen wir mit den Angehörigen und unseren Bewohnern, wie wir unser gemeinsames Weihnachtsfest umsetzen wollen. Man kann mit Empathie und achtsam miteinander umgehen und auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner eingehen. Das macht für mich die Arbeit in der Senioren-Wohngemeinschaft zu etwas ganz Besonderem und begeistert mich. Es ist schön am Ende einer Schicht zu wissen, dass man für seine Bewohner an dem Tag das Beste geben konnte.

Wie sind Sie zur Pflege und in die Senioren-WG der AWO gekommen?

Als Kind bin ich mit meinen Großeltern aufgewachsen und empfand es schon immer als etwas Besonderes, wenn man Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten kann. Ich möchte, dass ältere Personen sich auch im hohen Alter gut fühlen und mit Respekt und Empathie behandelt werden. Mit meiner Ausbildung zur Altenpflegerin habe ich dann sowohl in stationären Pflegeeinrichtungen als auch in der mobilen Pflege gearbeitet. Ich wollte gerne die verschiedenen Bereiche der Arbeit in der Pflege kennenlernen. Daher habe ich mich auch sehr gefreut, als ich von einer früheren Kollegin angesprochen wurde, ob ich nicht in die Senioren-Wohngemeinschaft kommen möchte. In der Senioren-WG habe ich mich dann sofort wohl gefühlt und gemerkt: das ist die Art von Arbeit, die ich machen möchte.

Wie ist Ihr Team aufgestellt? Was ist Ihnen als Leitung besonders wichtig?

Wir arbeiten in einem sehr kleinen Team mit 10 Mitarbeitenden. Umso wertvoller ist es für uns, dass wir uns alle sehr gut verstehen und ein gutes Team sind. Jeder bringt sich ein und wir achten gegenseitig auf uns und halten zusammen. Wenn es dann doch mal etwas zu diskutieren gibt, machen wir das in den Teambesprechungen. Die sind natürlich auch für unsere Übergaben und unseren Austausch über die Bewohner wichtig.

Wie hat sich das Zusammenleben seit Corona verändert?

Normalerweise haben wir verschiedene Kolleginnen und Ehrenamtliche, die Beschäftigungsangebote wie Gymnastik, Bastelnachmittage, Gedächtnistraining, etc. anbieten. Das mussten wir leider einstellen und versuchen nun selbst im Alltag verschiedene Angebote zu organisieren. Manchmal reicht es aber auch schon, wenn wir ganz spontan beim gemeinsamen Mittagessen sitzen und uns darüber unterhalten, wie die Dinge früher so waren und daraus eine lebhafte Gesprächsrunde über den Mittag entsteht.

 

Zusatzinformationen oder Bereichsnavigation